Inhalt:

1 Produktionsschule in Bremerhaven
   1.1 Ausgangssituation und Umfeld
   1.2 Schulische Rahmenbedingungen der Benachteiligtenförderung
   1.3 Schwierigkeiten

2 Werkstattschule
   2.1 Konzept
   2.2 Ausbildung
   2.3 Personal
   2.4 Nebenschulische Angebote
   2.5 Wirtschaftliche Abwicklung
   2.6 Erfolge
   2.7 Zukunftsvisionen
   2.8 Highlights


1 Produktionsschule in Bremerhaven

1.1 Ausgangssituation und Umfeld

 Bremerhaven, eine Stadt mit aktuell etwa 120 000 Einwohnern, befindet sich seit Jahren in einer wirtschaftlichen Strukturkrise. Der Niedergang der Fischereiwirtschaft und der Werftindustrie, verbunden mit der Rationalisierung im Hafenumschlag (vom Stückgut zum Container) hat zu einem Abbau von mehreren tausend Arbeitsplätzen und zu einer aktuellen Arbeitslosenquote von ca. 20 % geführt. Seit der Wiedervereinigung der Bundesrepublik Deutschland befindet sich Bremerhaven zudem in verstärkter geographischer Randlage.

Alternative Beschäftigungsfelder lassen sich nur schwer finden. Diese Beschäftigungssituation schlägt sich auch in allen Bereichen der Lehrlingsausbildung nieder. Die Bündnispartner im Bündnis für Arbeit und Ausbildung in Bremen und Bremerhaven befürchten angesichts der schwierigen konjunkturellen Lage, dass der Ausbildungsstellenmarkt im Land angespannt bleibt. Hierbei sind die Zahlen für Bremerhaven deutlich negativer als für die Stadt Bremen. Gleichzeitig hat sich Zahl unbesetzter Ausbildungsstellen fast halbiert. Das Angebot an betrieblichen Ausbildungsplätzen in der Seestadt ist im Jahr 2002 im Vergleich zum Vorjahr um 9,3 % zurückgegangen. Das bedeutet in absoluten Zahlen das jährliche Fehlen von 200 bis 300 Ausbildungsstellen. Aufgrund dieser Situation beschäftigt die Stadt zusätzlich etwa 80 Lehrlinge mit unterschiedlichen Ausbildungsberufen, auch im Handwerksbereich, die allerdings alle nach ihrer Abschlussprüfung nicht in eine Festanstellung übernommen werden.

Die etwa 250 Jugendlichen, die jedes Jahr die Hauptschule ohne Schulabschluss verlassen, haben kaum eine Chance auf dem Arbeitsmarkt.

1.2 Schulische Rahmenbedingungen der Benachteiligtenförderung                                                                        zurück

Nach dem Bremer Schulgesetz beträgt die Schulpflicht unabhängig vom Lebensalter zwölf Jahre. Das zehnte Hauptschuljahr ist obligatorisch. Jugendliche, die die Hauptschule sechs Jahre lang besucht haben, können von der Schule an die weiterführenden Schulen abgegeben werden. Von dieser Regelung machen die Schulen dann Gebrauch, wenn Schüler zum Beispiel durch Wiederholen noch keinen Abschluss haben und sich erst in der neunten Klasse befinden. Betroffen von dieser Praxis sind hauptsächlich Schüler, deren Leistungen an einem Abschluss zweifeln lassen, Schulverweigerer oder Jugendliche mit unbequemen, auffälligen Verhaltensweisen. Überproportional betroffen sind junge Menschen mit Migrationshintergrund.

Diese Jugendlichen finden keinen Ausbildungsplatz, können keine weiterführende Schule mit Erfolgsaussichten besuchen, und nur ein Teil von ihnen wird in Förderlehrgänge außerschulischer Träger übernommen. Sie sind aber schulpflichtig. Daher wurden 1995 erstmalig an drei Bremerhavener Schulen einjährige Lehrgänge zur Ausbildungsvorbereitung (LAV) eingerichtet. Ziel dieser Angebote war es, einerseits Defizite bei den Sekundärtugenden (Durchhaltevermögen, Zuverlässigkeit, Sozialverhalten etc) abzubauen und andererseits den Jugendlichen die Möglichkeit zu geben, den fehlenden Hauptschulabschluss nachzuholen und Kenntnislücken in bestimmten Bereichen (z. B. sprachliche Kompetenzen) gezielter auffüllen und ein positives Selbstbild mit realistischer Zukunftsplanung entwickeln zu können. Die Schüler arbeiten praxisorientiert (6 - 8 Stunden "reine Theorie", 22 - 24 Stunden Fachpraxis / Fachtheorie) in acht verschiedenen Projekten. Sie bieten ihre Dienstleistungen und Produkte gegen Bezahlung an den Schulen und im Bereich der öffentlichen Verwaltung an.

Die Verteilung der Schüler/innen auf die Projekte erfolgt zentral durch eine dafür vom Schulamt eingerichtete Beratungsstelle im Arbeitsamt. Bei der Zuweisung werden die Neigungen der Jugendlichen weitestgehend berücksichtigt.

1.3 Schwierigkeiten                                                                                                                                                     zurück

Die Einbindung der LAV in bestehende Schulen bereitet aus unterschiedlichen Gründen Probleme:

Aus diesen Schwierigkeiten heraus entstand der Wunsch nach einer eigenständigen Schule für die (aus unterschiedlichsten Gründen) benachteiligten Schüler/innen.


2 Werkstattschule                                                                                                                                                      zurück


1998 stellte die Stadt Bremerhaven ein 100 Jahre altes baufälliges Gebäude zur Verfügung und seitens der EU wurden Mittel aus dem ESF-Fonds zur Sanierung bereitgestellt. In einer Bauzeit von 3 1/2 Jahren wurde das Gebäude ausschließlich mit dem Personal der Schule (Schüler, Azubis, Meister, Sozialpädagogen und Lehrern) saniert. Seit der Fertigstellung im April 2002 bietet die Werkstattschule ihre Leistungen auch anderen an.


2.1 Konzept                                                                                               zurück

Statt herkömmlichem Schulbetrieb arbeiten 42 Schüler in sechs Projekten: Druckerei, Metall, Maler, Maurer, Holz und Bootsbau. Die zeitliche Trennung von Theorie und Praxis wird so weit wie möglich aufgehoben; d. h. Theorieinhalte werden dann unterrichtet, wenn ein zeitlicher und inhaltlicher Bezug zur praktischen Arbeit gegeben ist. Ein Stundenplan im üblichen Sinne besteht nur für einen Wochentag. Förderunterricht und leistungsdifferenzierter Unterricht wird nach Möglichkeit angeboten.

In den Projekten werden Aufträge für den Bereich der öffentlichen Verwaltung (Schulen, Bauamt, Gartenbauamt usw.) abgearbeitet. Alle Leistungen werden den Fachämtern in Rechnung gestellt. Die Preise liegen dabei zwischen den Selbstkosten und denen von Privatfirmen und werden frei vereinbart.

Die Schüler sollen erkennen, dass ihre Leistungen nachgefragt werden und einen Wert darstellen. Durch die Kunden erfahren sie direkt, dass Produkte und Dienstleistungen nur angenommen und bezahlt werden, wenn die zugesicherte Qualität erreicht wird und Termine eingehalten werden.

Um einen gewissen betrieblichen Ernstcharakter zu erreichen, ist die Trennung von Schülern und Azubis so gering wie möglich: auch Schüler erhalten Zeiterfassungskarten, sie haben die gleichen Pausenzeiten wie die Azubis, sie benutzen einen gemeinsamen Aufenthaltsraum. Wie in Betrieben üblich werden auch bei Schülern nur Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen ('gelbe Scheine') als Entschuldigungen bei Krankheit akzeptiert.

2.2 Ausbildung                                                                                                                                                         zurück

Mit erfolgreichem Abschluss haben die Schüler die Möglichkeit sich auf 10 für diese Jugendlichen jährlich reservierten Ausbildungsplätze zu bewerben. Die Ausbildungsplätze werden vom Magistrat der Stadt Bremerhaven aufgrund der desolaten Situation auf dem Lehrstellenmarkt angeboten. Ausbildung und Bezahlung entsprechen der privater Betriebe. Ausgebildet wird in zweijährigen Industrie-Bauberufen (Bauten- u. Objektbeschichter, Holzmechaniker, Ausbaufacharbeiter, Elektroniker und Hochbaufacharbeiter), mit der Möglichkeit im 3. Lehrjahr auch den Gesellenbrief im entsprechenden Handwerksberuf zu erhalten. Die Ausbildung der 26 Azubis wird von vier Handwerksmeistern sichergestellt.

Da alle Azubis aus der Gruppe der benachteiligten Jugendlichen ausgewählt wurden, die erfahrungsgemäß Schwierigkeiten beim Berufsschulunterricht hat, übernimmt das Arbeitsamt die Finanzierung der ausbildungsbegleitenden Hilfen. Für die praktische Ausbildung sind Handwerksmeister verantwortlich.

Im Produktionsbereich arbeiten Schüler- so weit es deren Fertigkeiten bzw. der Arbeitsauftrag zulassen- mit den Azubis zusammen. Nach Möglichkeit übernehmen die Lehrlinge dabei "Vorarbeiterfunktionen", das heißt, sie sind in Anleitung, Aufsicht und Einteilung der mitarbeitenden Schüler einbezogen. Für beide Gruppen entsteht dadurch zusätzliche Motivation: Azubis sind nicht mehr die letzten in der Hierarchie und erkennen welche Fertigkeiten sie während der Ausbildung erlernt haben Die Schüler sehen welches Ziel sie erreichen können und versuchen die gleichen Leistungen wie die Azubis zu erbringen. Dieser Übergang vom Schüler zum Azubi wird unterstützt durch die Möglichkeit , dass Schüler "Überstunden" in den Nachmittagsstunden oder Ferien machen können, um damit Fehlzeiten auszugleichen oder sich einen freien Tag erarbeiten können.

2.3 Personal                                                                                                                                                              zurück

Das Anleitungspersonal setzt sich aus Lehrern, Sozialpädagogen und Handwerksmeistern zusammen. In der Bauphase genehmigte das Arbeitsamt AB-Stellen um neben der Umbautätigkeit die Ausbildung der Lehrlinge sicherstellen zu können. Lehrer, Sozialpädagogen und Handwerksmeister wurden für die Werkstattschule neu eingestellt oder entschieden sich freiwillig zu einem Wechsel. Eine stundenweise Abordnung von Lehrpersonal anderer Schulen ist auf ein Minimum reduziert. Die Zuweisung von Lehrerstunden für die Werkstattschule entspricht der Quote in den übrigen Bremerhavener Projekten (Klassenstärke 16 Schüler, 46 Lehrerstunden). Die Sozialpädagogen und ein Teil der Handwerksmeister besetzen Lehrerplanstellen. Um das gewünschte Konzept umzusetzen haben sich die Lehrer bereit erklärt statt der üblichen 25 Schulstunden 30 Zeitstunden zu arbeiten.

Alle Berufsgruppen arbeiten im praktischen und theoretischen Teil des Unterrichtes. Jede Berufsgruppe bringt dabei den spezifischen fachlichen Blickwinkel in die gemeinsame Arbeit, in Fall- und Teambesprechungen ein, und übernimmt professionelle 'Teilaufgaben', wenn dies darüber hinaus erforderlich ist. Dass Lehrer und Sozialpädagogen sich von den Handwerkern sagen lassen, wie etwas zu tun ist oder umgekehrt, und dass dies auch zwischen Schüler / Azubi und Lehrenden vorkommt, wird von den Schülern sehr genau registriert.

Idealtypisch sieht das beispielsweise so aus: Die Malereigruppe hat einen Sanierungsauftrag in einem Schulgebäude übernommen. Zu solchen Aufträgen kann man in der Regel nicht mit 9 Schülern gleichzeitig auftauchen. Der Malermeister macht die Baustellenbesichtigung und plant die Abläufe, bespricht dann mit den Kollegen und Kolleginnen die handwerklichen Erfordernisse. Gemeinsam wird geklärt, wer an diesem Auftrag arbeitet ( bei fachlich anspruchsvollen Arbeiten ist selbstverständlich der Maler vor Ort und nicht die Sozialpädagogin; auch die Auswahl der dort eingesetzten Schüler und Schülerinnen wird im Spannungsfeld von Produktionsinteresse und pädagogischen Überlegungen getroffen ), welche Aufgaben von den anderen in der Zeit übernommen werden, und welche handwerklichen Hilfestellungen diese andere Gruppe benötigt.

Im Verlauf der Arbeit kommt es zu 'nicht alltäglichen' Auseinandersetzungen zwischen den Jugendlichen oder zwischen Meister und Schüler. Der Kollege berät mögliche Strategien und Interventionsmöglichkeiten mit Lehrern und Sozialpädagogen, und setzt die Absprachen und Hinweise um. Entspannt sich die Situation nicht, wird der nächste Schritt abgesprochen, oder der Kollege vereinbart ein gemeinsames Gespräch mit Schüler und Sozialpädagogin.

Elterngespräche, Karrieregespräche mit Schülern, Hausbesuche etc. werden gemeinsam vorbesprochen und von Lehrern oder Sozialpädagogen durchgeführt.

Viele unserer Jugendlichen befinden sich in prekären Lebenssituationen und sind verschiedensten außerschulischen Belastungen und abrupten Veränderungen ausgesetzt. Durch die alltägliche Zusammenarbeit mit den Unterrichtenden kommen diese Lebensumstände und Zwänge quasi beiläufig, also nicht in externen 'Beratungssituationen' zur Sprache; Nachfragen, Tipps, Unterstützungsangebote und Kenntnisse über flankierende Dienste werden ebenso 'beiläufig' angenommen. Die Spannbreite reicht von 'Kündigung eines Handyvertrages' über Gespräche über Drogen bis hin zu Vermittlung zur Inobhutnahme, und statt einer 'Beratung' findet ein Gespräch statt, an dem je nach Situation und Thema mal viele, mal nur der betroffene Schüler und 'sein Erwachsener' beteiligt sind.

Obwohl die Verantwortung für die Lehrlingsausbildung bei den Handwerksmeistern liegt, stehen ihnen auch Lehrer und Sozialpädagogen mit fachlichem Rat jederzeit zur Seite.

2.4 Nebenschulische Angebote                                                                                                                              zurück

Obwohl die überwiegende Mehrzahl unserer Jugendlichen keinem Verein angehört, ist das Interesse an Sport sehr groß. Diesem Umstand haben wir aufgegriffen und bieten Einzel- und Dauerveranstaltungen aus dem Sportbereich an. Während die Einzelveranstaltungen wie z. B. Wasserskifahren, Drachenbootfahren oder Skilaufen in der Form von Tages- oder Klassenfahrten organisiert wurden, sind die Dauerveranstaltungen (Fußball, Badminton) ein offenes Angebot an die Jugendlichen, das von Lehrern außerhalb der Dienstverpflichtung angeboten wird.

Mit dem Kauf eines Segelbootes und eines Motorbootes sowie der Möglichkeit einen Fischkutter nutzen zu können, erschließen sich für die Zukunft weiter gehende Möglichkeiten im Bereich der Erlebnispädagogik. In das noch zu erarbeitende Konzept wird auch die Nutzung und der gerade mit Jugendlichen begonnene Selbstbau einer hochseetüchtigen Segelyacht einzubinden sein.

2.5 Wirtschaftliche Abwicklung                                                                                                                              zurück

Die Werkstattschule sowie die anderen acht schulischen Projekte rechnen ihre wirtschaftlichen Aktivitäten über einen (nicht gemeinnützigen) Verein ab. Dieses Verfahren hat sich über sieben Jahre bewährt. Es gewährleistet eine Unabhängigkeit von den Schulhaushalten und ist damit unbürokratischer, schneller und in einigen Fällen (z. B. Bareinkauf von frischen Lebensmitteln für die Cafeterien durch die Schüler) im öffentlichen Haushaltsrecht nicht möglich.

Die im Verein erwirtschafteten Überschüsse werden in den jeweiligen Projekten wieder investiert und decken damit den erhöhten Finanzbedarf, der durch diese Unterrichtsform entsteht. Eine direkte Entlohnung der Schüler ist nicht vorgesehen, allerdings übernimmt der Verein Teilfinanzierungen von Feiern, Tages- oder Klassenfahrten soweit es die steuerlichen Freibeträge zulassen.

Alle Projekte werden erhalten daneben Mittel in üblicher Höhe aus den Schulhaushalten für Lehr- und Lernmittel. Für die Ausbildungskosten der Azubis (Prüfungsgebühren, Übungsmaterialien, Arbeitskleidung usw.) stehen gesonderte Haushaltsmittel der Stadt bereit. Diese Mittel sind ebenfalls in der Verfügungsgewalt der Werkstattschule.

2.6 Erfolge                                                                                                                                                              zurück

Erfolge sind zu messen an den gesteckten Zielen: die Fehlquote der Schüler zu minimieren, sie mit einem Hauptschulabschluss zu entlassen und sie ausbildungs- oder jedenfalls betriebsreif zu machen. Die Fehlquote betrug vor Einführung der Projektbeschulung (vor 1995) etwa 95 %. Die Höhe untermauert die Vermutung, dass sie nur im gegenseitigen Einverständnis von Lehrern und Schülern möglich war. In den Projekten an den Berufsschulen liegt die Fehlquote zwischen 20 und 50 %. Sie sind in den jeweiligen Projekten auffällig konstant. Über die Gründe lassen sich bisher nur Mutmaßungen anstellen, weil eine systematische Untersuchung bisher fehlt. In der Werkstattschule beträgt die Fehlquote etwa 20 % und ist damit vergleichbar mit den Fachschulen der Berufsschulen. Noch immer liegt die Fehlquote des theoretischen Unterrichtes höher als die des praktischen Teils. Nimmt man die Fehlzeiten der Schüler aus der abgebenden Schule, erhärtet sich die Aussage eines Kollegen: 'Wir arbeiten nicht mit Schulverweigerern, sondern mit Unterrichtsverweigerern'.

Dass die Mehrzahl der Schüler die Werkstattschule mit einem Hauptschulabschluss verlassen, liegt sicher an dem auf wenige Unterrichtsfächer begrenzten theoretischen Teil. Es zeigt aber auch den Einsatz der Kollegen, Lehrstoff beim praktischen Arbeiten zu vermitteln, Stütz- oder Nachhilfeunterricht anzubieten und im Unterricht so oft wie möglich den Bezug zur Praxis herzustellen.

2.7 Zukunftsvisionen                                                                                                                                                 zurück

Es bleibt unser Hauptziel alle Projekte sowie die Werkstattschule überflüssig zu machen. Solange über benachteiligte Jugendliche, Schulverweigerer oder Lehrstellenknappheit diskutiert wird und sich die Wünsche der Jugendlichen und das Schulangebot nicht decken, bleibt dieser Wunsch Illusion.

Bestätigung für das Konzept Produktionsschule erhalten wir zur Zeit durch die Bemühungen der Schulpolitiker, die Hauptschule dadurch zu reformieren, dass der Bezug zur Arbeitswelt verstärkt werden soll und der Übergang von Schule zum Berufsleben weicher werden soll.

2.8 Highlights                                                                                                                                                          zurück

Die Vorhaltung von Umkleideräumen war überflüssig. Fast alle Schüler gehen vom ersten Tag an in Arbeitskleidung nach Hause um zu zeigen dass sie keine Schüler mehr sind.

Die Sprachregelung 'Ich arbeite in der Werkstattschule' führt häufig zu Missverständnissen in Bezug auf den Status der Schüler.

Schüler für Aufträge an Nachmittagen oder in den Ferien zu gewinnen, ist ohne Schwierigkeiten möglich auch wenn keine Zeitzuschläge gut geschrieben werden.

Eltern, Geschwister oder Freunde von Schülern, die die Werkstattschule besuchen sind keine Seltenheit. Der Besuch von ehemaligen Schülern ist nicht ungewöhnlich. Anfragen von Geschwistern unserer Schüler, unter welchen Umständen sie auch die Schule besuchen können, kommen häufiger vor.

Gewundert und dann gefreut haben wir uns auch über den Vorwurf der örtlichen Presse, die Werkstattschule würde Schüler aus der Hauptschule dazu verleiten, den Schulabschluss zu verfehlen, um damit die Zuweisungsberechtigung zu erhalten.


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